Vierbeinige Robotik für Inspektion, Gelände und Spezialaufgaben
Der PUDU D5 ist ein autonomer Vierbeinroboter für anspruchsvolle, unstrukturierte und teilweise outdoor geprägte Einsatzumgebungen. PUDU positioniert die D5-Serie für Inspektion, Sicherheit, Logistik, Forschung und weitere mobile Spezialaufgaben. Im ANIQMA-Portfolio gehört der D5 deshalb nicht in die Kategorie klassischer Service- oder Transportroboter, sondern zu Inspektion & mobiler Spezialrobotik.
Der häufig verwendete Begriff „Robodog“ beschreibt die Bauform anschaulich, greift fachlich aber zu kurz: Entscheidend sind autonome Navigation, Geländegängigkeit, Sensorik und die Möglichkeit, zusätzliche Nutzlast oder Inspektionshardware mitzuführen.
D5 oder D5-W?
Die D5-Serie gibt es in zwei Varianten. Der PUDU D5 nutzt Beine mit Fußkontakten und ist für schwierigere Trittflächen, Treppen und enge Kontaktpunkte ausgelegt. Der PUDU D5-W kombiniert Beine mit Rädern und ist stärker auf effizientes Fahren über gemischte, überwiegend befahrbare Flächen ausgerichtet.
Beide Varianten messen im Stand 900 × 543 × 572 mm und wiegen mit Batterie rund 61 beziehungsweise 62 kg. Die kontinuierliche Geh-Nutzlast gibt PUDU mit 20 bis 30 kg an. Für den D5 nennt der Hersteller bis zu 2 bis 2,5 Stunden Betriebszeit, für den D5-W bis zu 2 bis 3 Stunden.
Gelände, Stufen und Witterung
Der D5 ist für Umgebungen gedacht, in denen klassische Radplattformen an Grenzen kommen. Laut aktuellem Produktflyer bewältigt der D5 kontinuierliche Stufen bis 30 cm, der D5-W bis 25 cm. Bei Steigungen nennt PUDU für den D5 bis 25° bergauf und 45° bergab, für den D5-W bis 30° bergauf und 45° bergab.
Die Serie ist mit IP67 angegeben und für einen Betriebstemperaturbereich von -20 °C bis 55 °C spezifiziert. Damit wird sie besonders für technische Anlagen, Außenbereiche und wechselnde Umgebungsbedingungen interessant. Wie bei allen Herstellerwerten gilt: tatsächliche Fahrbarkeit, Trittsicherheit und Reichweite müssen im konkreten Gelände geprüft werden.
Autonome Navigation und 360°-Wahrnehmung
Zur Standardkonfiguration gehören zwei hochauflösende 3D-LiDAR-Sensoren und vier Fischaugenkameras. PUDU nennt für die Serienausstattung zwei 96-Zeilen-LiDARs; für besondere Anforderungen ist laut Hersteller ein Upgrade auf zwei 192-Zeilen-LiDARs möglich.
Die Rechenplattform kombiniert NVIDIA Jetson Orin AGX 64 GB mit RK3588 und wird mit bis zu 275 TOPS angegeben. Unterstützt werden autonome Navigation, autonomes Folgen sowie Steuerung per Fernbedienung, Sprache, Gesten und cloudbasierter Missionssteuerung. Für reale Projekte ist entscheidend, welche dieser Funktionen in der tatsächlich gelieferten Softwareversion freigegeben sind.
Inspektionsplattform statt fest definierter Einzweck-Roboter
Der D5 ist als offene Plattform gedacht. PUDU nennt unter anderem Inspektions-Gimbals, Lieferboxen und eine Ladestation als optionale Erweiterungen. Für kundenspezifische Anwendungen stehen laut Hersteller außerdem SDK und Integrationsunterstützung zur Verfügung.
Damit kann der Vierbeinroboter zum Beispiel interessant werden, wenn Kameras, Wärmebildtechnik oder andere Sensorik wiederkehrend entlang einer Route bewegt werden sollen. Der eigentliche Nutzen entsteht dann nicht aus der Bewegung selbst, sondern aus der verlässlichen Datenerfassung, Auswertung und Einbindung in den Betriebsprozess.
Wann der PUDU D5 interessant wird
- Kontroll- und Inspektionsrouten führen über unebene Flächen, Stufen oder wechselnde Untergründe.
- Radplattformen scheitern an Gelände, Kanten oder schmalen Trittflächen.
- Sensorik oder andere Nutzlast soll mobil mitgeführt werden.
- Routen wiederholen sich regelmäßig und die erfassten Daten haben einen klaren betrieblichen Zweck.
- Remote-Sicht, Fernsteuerung oder autonome Navigation sollen in ein Inspektionskonzept eingebunden werden.
Vor einem Pilotprojekt klären
Bei Vierbeinrobotik bestimmen Gelände, Sicherheitsbereiche, Funk- und Netzwerkabdeckung, Ladeorganisation, Sensorpaket und Datenfluss den Aufwand mindestens so stark wie die reine Mobilität. Auch Treppenbreite, Oberflächen, nasse oder lose Untergründe und Begegnungen mit Personen oder Fahrzeugen gehören in die Vorprüfung.
Außerdem weist PUDU ausdrücklich darauf hin, dass einzelne in Werbematerialien gezeigte Funktionen noch nicht für Kunden verfügbar sein können und sich die ausgelieferte Version durch laufende Produktentwicklung ändern kann. Deshalb prüfen wir Funktionsumfang und Zubehör immer für die konkrete Projektkonfiguration.
Einen konkreten Einsatz können Sie über die Robotik-Potenzialprüfung gemeinsam mit ANIQMA strukturieren.
Herstellerquellen
Technische Grundlage dieser Einordnung sind die aktuelle PUDU Produktseite zur D5-Serie, der offizielle Produktflyer sowie der PUDU Official Store. Quellenstand: 24.09.2026.

