Vollgroßer zweibeiniger Humanoid von PUDU
Der PUDU D9 ist PUDUs vollgroße humanoide Plattform mit zweibeiniger Fortbewegung, zwei Armen und taktilen Händen. Mit 170 cm Körperhöhe und menschenähnlichen Proportionen zielt das System auf Aufgaben, die in einer für Menschen gebauten Umgebung stattfinden.
Für ANIQMA ist der D9 deshalb vor allem als Zukunfts- und Pilotplattform relevant. Die spannende Frage ist nicht, ob er menschlich aussieht, sondern welche klar abgegrenzten Aufgaben heute bereits zuverlässig genug für einen realen Versuch sind.
42 Freiheitsgrade und bis zu 20 kg Nutzlast im Testumfeld
PUDU nennt 42 Freiheitsgrade, ein Gewicht von 65 kg und eine maximale Gelenkdrehkraft von 352 N·m. Die maximale Nutzlast wird mit 20 kg im Testumfeld angegeben, davon 10 kg pro Arm.
Die maximale Gehgeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei 2 m/s. Solche Maximalwerte beschreiben die Plattform, sagen aber noch wenig über die sichere und reproduzierbare Geschwindigkeit einer konkreten Arbeitsaufgabe aus.
PUDU DH11 mit taktiler Wahrnehmung
Der D9 nutzt PUDU DH11-Hände. Jede Hand verfügt über 11 Freiheitsgrade, davon sechs aktiv angetrieben, sowie zwölf taktile Erfassungsbereiche. Dadurch sollen feinere Greif- und Manipulationsaufgaben möglich werden.
Bei produktiver Manipulation entscheiden jedoch Objektform, Reibung, Lageerkennung, zulässige Kräfte und Fehlerszenarien. Deshalb muss jede Greifaufgabe mit den realen Werkstücken oder Gegenständen getestet werden.
Multimodale Wahrnehmung und 275 TOPS Rechenleistung
PUDU nennt RGB-, RGB-D-, taktile und IMU-Sensorik sowie 275 TOPS Rechenleistung. Die Plattform soll visuelle, taktile und weitere Sensordaten für Navigation, Interaktion und Manipulation kombinieren.
Das eröffnet Perspektiven für Aufgaben, die Wahrnehmung und Handhabung verbinden. Gleichzeitig ist genau diese Kombination technisch anspruchsvoller als ein fest programmierter Spezialroboter.
Reifegrad bewusst nüchtern einordnen
PUDU weist auf der Produktseite ausdrücklich darauf hin, dass einzelne in Werbematerialien gezeigte Funktionen noch nicht für Kunden verfügbar sein können. Außerdem wird das Produkt kontinuierlich weiterentwickelt und die ausgelieferte Version kann von Präsentationsmaterial abweichen.
Für ANIQMA ist das ein wichtiger Punkt: Beim D9 würden wir Funktionsumfang, Softwarestand, Sicherheit und kommerzielle Verfügbarkeit vor jedem Pilotprojekt konkret bestätigen. Wo eine spezialisierte Robotiklösung heute zuverlässiger und wirtschaftlicher arbeitet, bleibt diese die erste Wahl.
Wann ein D9-Pilot sinnvoll sein kann
- Eine Aufgabe verlangt wirklich menschenähnliche Reichweite oder Manipulation.
- Der Prozess lässt sich klar eingrenzen und sicher testen.
- Der Erkenntnisgewinn rechtfertigt den höheren Entwicklungs- und Integrationsaufwand.
- Unternehmen wollen früh praktische Erfahrung mit humanoider Robotik aufbauen.
Mehr zur Einordnung finden Sie unter Humanoide Robotik. Für konkrete Pilotideen können Sie die Robotik-Potenzialprüfung nutzen.
Herstellerquelle
Technische Grundlage ist die aktuelle PUDU Produktseite zum D9. Quellenstand: 24.09.2026.
